Jean Genets lange umstrittene Geschichte vom Matrosen Querelle, der in Mord und Verrat
seine wahre Erfüllung zu finden glaubt und sich erst aus Sühne und später aus
Faszination von Männern lieben lässt, wird von Fassbinder in einer eng begrenzten, total
künstlichen Pappmaché-Welt angesiedelt.
Die so geschaffene Distanz zwischen Erzählung und Zuschauer erlaubt tatsächlich eine
Auseinandersetzung mit dem Stoff und seinen, die gängigen Moralvorstellungen
infragestellenden Provokationen, sofern man bereit ist, Querelle als einen “dem
Gebiet der Fabel und dem Reiche der Vorhölle” (Genet) entstammenden Helden zu
akzeptieren.